Sailauf - Urpfarrei im Vorspessart
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| Der Kirchberg mit Auferstehungskirche und St. Vitus |
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Obwohl eine Pfarrkirche in Sailauf erst
im Jahre 1279 im Zuge der Einverleibung durch die Stiftsscholasterei
Aschaffenburg urkundlich erwähnt wurde, ist Sailauf wahrscheinlich
die älteste Pfarrei des Vorspessarts. Gesichert ist, dass der
jetzige Bau der Vituskirche auf das 11. Jahrhundert zurückgeht.
Während sich der romanische Wehrturm bis in unsere Zeit erhalten
konnte, ist das Kirchenschiff von 1789 der vierte Steinbau an dieser
Stelle. Die Grabungen die im Zuge der umfassenden Wiederherstellung
der Kirche 1983 durchgeführt wurden, bestätigten die Annahme, dass
die Sailaufer Pfarrei auf das 10. Jahrhundert zurückgehen könnte:
Unter den Fundamenten des ersten Steinbaus aus dem 11. Jahrhundert
wurden Gräber freigelegt. Da es damals üblich war Tote in der Nähe
von Kirchenbauten zu bestatten, ist anzunehmen, dass die Vituskirche
einen noch älteren hölzernen Vorgängerbau hatte, von dem sich
freilich keine Reste erhalten haben. Ein weiteres Indiz für eine
weiter zurückreichende Geschichte der Sailaufer Kirche ist das in
der Gegend seltene Patrozinium St. Vitus (Veit), denn der Kult um
diesen Heiligen war vor allem im 10. Jahrhundert sehr populär.
Auf jeden Fall ist die Pfarrei Sailauf
die Urpfarrei des Vorspessarts. Auch wenn man das 11. Jahrhundert als
Entstehungszeit annimmt ist ihr Alter beachtlich, denn die älteste
Pfarrei des relativ spät besiedelten Spessarts ist Lohrhaupten aus dem Jahre
1057. Die Pfarrei umfasste weite Teile der Umgebung und die
entlegensten eingepfarrten Orte waren 10 Kilometer entfernt.
Ursprünglich gehörten folgende Orte der Pfarrei Sailauf an:
Weiberhof (bis 1281), Rottenberg, Eichenberg, Feldkahl, Laufach,
Weiler, Hain, Keilberg, Waldaschaff, Straßbessenbach,
Waldmichelbach.
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© Lippert-Chronik  |
| Urpfarrei Sailauf bis 1449 |
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Mit der Separationsurkunde vom 15. März
1449 wurde die eigenständige Pfarrei St. Jörgen (Keilberg)
gebildet, die die Sailaufer Filialorte Waldaschaff, Weiler,
Straßbessenbach und Waldmichelbach aufnahm.
Lange bei Sailauf verblieben die Orte
Laufach (mit Frohnhofen), Hain, Rottenberg, Eichenberg und Feldkahl.
Trotz weiter Entfernung zur Mutterkirche blieb dieser Zustand lange
erhalten, doch nach und nach verselbständigten sich auch diese
Filialorte: 1810 schieden Laufach mit Frohnhofen und
Hain aus dem Sailaufer Pfarrverband aus. Erst 1922 folgten Rottenberg
und Feldkahl. Eichenberg blieb bis in unsere Zeit Sailaufer Filiale.
Zeugin dieser reichen und weit
zurückreichenden Geschichte ist vor allem unsere St.-Vitus-Kirche in
exponierter Lage auf dem Kirchberg. Sie diente in ihrer Geschichte
unzähligen Generationen als Gebetsraum, die hier ihre Spuren, wie in
Form der vielfältigen Ausstattung aus verschiedenen Epochen,
hinterlassen haben.
Siehe auch: Lippert,
Rudolf J.: Sailauf und Eichenberg im Lichte der Überlieferung, Neuauflage 2003
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